Die für die Bundesrepublik Deutschland vorliegenden Daten über den Versorgungszustand an Jod weisen darauf hin, dass das Risiko eines klinisch manifesten Mangels oder Speicherentleerung bei etwa 30 % der Bevölkerung besteht. Frauen sind etwa fünfmal häufiger betroffen als Männer. Nach den Kriterien der WHO herrscht ein milder Jodmangel. Besonders gefährdet sind starke Raucher/innen, Schwangere und Stillende sowie Säuglinge und Kleinkinder. Auch eine vegetarische Ernährung erhöht das Risiko, insbesondere wenn kein Jodsalz oder andere jodreiche Produkte verzehrt werden (Versorgungskategorie 1).
Für Jod besteht nach Einschätzung des BfR unter Berücksichtigung
der empfindlichsten Verbraucher mit einer unerkannten funktionellen Autonomie
der Schilddrüse bei der Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln bzw.
zum Zwecke der Anreicherung von Lebensmitteln definitionsgemäß ein
hohes Risiko für unerwünschte Wirkungen. Das BfR empfiehlt deshalb
die derzeitige Höchstmengenregelung für Nahrungsergänzungsmittel
(100 /Tag) beizubehalten und nur Jodsalz als das geeignete Trägerlebensmittel
einzusetzen, da hiermit sichergestellt werden kann, dass vorhersehbare Mengen
an Jod von der allgemeinen Bevölkerung aufgenommen werden können und
die sichere Gesamttageszufuhr von 500 µg Jod nicht überschritten
wird. Die Jodierung von Futtermitteln liefert indirekt einen signifikanten Beitrag
zur Jodversorgung. Kontrollierende Maßnahmen sind erforderlich, um das
Optimum der Jodversorgung zu erreichen und einhalten zu können.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin, "Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln, Teil II, Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte. Kompletter Wortlaut im Internet: http://www.bfr.bund.de/cm/238/verwendung_von_mineralstoffen_in_lebensmitteln_bfr_wissenschaft_4_2004.pdf