R. Großklaus, G. Jahreis, Berlin, Jena
Jod ist essentiell für normales Wachstum, Entwicklung und Funktion sowohl
von Mensch als auch Tier. Eine zu niedrige Jodaufnahme und ein daraus resultierender
Jodmangel müssen ständig kompensiert werden. Aktuelle Erhebungen in
Deutschland und anderen europäischen Ländern belegen immer noch, dass
über die Hälfte der Bevölkerung unzureichend bzw. nicht optimal
mit Jod versorgt ist. Die Nachhaltigkeit der Prävention von Jodmangelkrankheiten
lässt sich nur durch eine universelle Salzjodierung sicherstellen. Der
Beitrag gibt unter dem ganzheitlichen Aspekt der Sicherheit unserer Legensmittel
einen Überblick über die derzeitige Jodexposition des Menschen und
die sichere Gesamttageszufuhr an Jod. Durch Festlegung von Höchstmengen
sowohl bei der Jodierung von Futtermitteln als auch für jodiertes Speisesalz
wird garantiert, dass auch empfindliche Personengruppen geschützt werden.
Bei der anstehenden Harmonisierung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften
durch die EU-Kommission über den Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen
zu Lebensmitteln sollte eine Direktanreicherung von Lebensmitteln mit Jod ausgeschlossen
werden und auf Jodsalz beschränkt bleiben. Eine Kontrolle der beiden Expositionspfade
ist notwendig und sollte durch ein regelmäßiges Jod-Monitoring sichergestellt
werden.
Quelle: Ernährungs-Umschau 51 (2004), S. 138 - 143