Bei der Untersuchung von mehr als 17.000 Kindern und Jugendlichen wurde mittels
Ultraschall die Größe der Schilddrüse gemessen. Daraus lässt
sich ableiten, ob die Schilddrüse Normalgröße hat oder in
Folge eines Jodmangels vergrößert ist. Außerdem wurden Blutwerte
ausgewertet und die Jodausscheidung über den Urin gemessen. Letztere
ist auf die Gesamtbevölkerung bezogen ein verlässlicher und international
anerkannter Maßstab für die Jodaufnahme über die Nahrung.
Bei der Auswertung der Messergebnisse des Schilddrüsenvolumens stellten
die Experten bei immer noch 36 Prozent der 6 bis 17-Jährigen eine wenn
zum Teil auch nur geringe Vergrößerung infolge Jodmangels fest.
Diese tritt jedoch umso häufiger auf, je älter die Kinder sind.
Ein besonders auffälliger Volumenanstieg der Schilddrüse machte
sich bei männlichen Jugendlichen ab dem 14. Lebensjahr bemerkbar. Dies
stellt zu diesem Zeitpunkt zwar noch keine Erkrankung dar, zeigt aber, dass
die Jodversorgung noch nicht ausreichend ist.
Die gemessenen Jodwerte im Urin ergaben, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland
die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Ausscheidungskriterien
zwar erfüllen, diese sich aber an der untersten Grenze bewegen. Im Durchschnitt
wurden bei den Untersuchten 117 Mikrogramm Jod je Liter Urin ermittelt ( WHO-Wert
100 - 200 Mikrogramm je Liter). 40 Prozent der ermittelten Werte liegen unter
100 Mikrogramm/Liter und 17 Prozent sogar unter 50 Mikrogramm/Liter Urin.
Auch dies zeigt, dass noch nicht für alle Kinder und Jugendliche eine
ausreichende Jodversorgung erreicht ist.
Als Fazit leiten die Experten aus den Studienergebnissen ab, dass die seither
ergriffenen Jodierungsmaßnahmen erfolgreich waren und sich die Jodversorgung
im Vergleich zu früher verbessert hat. Dazu hat vor allem Jodsalz beigetragen,
das derzeit in mehr als 80 Prozent der Haushalte sowie in vielen Großküchen,
Bäckereien und Fleischereien verwendet wird. Begrüßt wird
von den Experten, dass durch die tierbedarfsgerechte Jodierung von Futtermitteln
auch Milch und Milchprodukte zu wichtigen Jodquellen geworden sind, die deshalb
regelmäßig verzehrt werden sollten.
Um die Jodversorgung auf Dauer sicherzustellen, fordern die Experten der Studie,
alle Anstrengungen zum Ausgleich des Jodmangels beizubehalten und möglichst
weiter auszubauen. Dazu gehört auch die weitere Aufklärung der Bevölkerung
über den Nutzen von jodiertem Speisesalz. Außerdem plädieren
sie für ein stärkeres Engagement seitens der Lebensmittelwirtschaft,
um den rückläufigen Trend bei der Jodsalzverwendung in gewerblich
und industriell hergestellten Lebensmitteln nicht nur zu stoppen, sondern
längerfristig auf etwa 70 Prozent anzuheben (WHO-Forderung 90 Prozent).
Gefordert wird ferner eine regelmäßige Kontrolle der Jodversorgung
der Bevölkerung durch qualitativ hochwertige Studien, um bei Bedarf evtl.
Strategien und gesundheitspolitische Maßnahmen anpassen zu können.
- AKJ -