Jedoch können auch andere gesundheitliche Störungen Folge von Jodmangel
sein. So werden Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau mit Jodmangel in Verbindung
gebracht, ebenso wie Früh- oder Fehlgeburten. Jodmangel bei Schwangeren
kann ferner zu einer Schilddrüsenunterfunktion bei Mutter und Kind führen,
was sich letztendlich nachteilig auf die Hirnfunktionen und somit auch auf
die Intelligenz des Kindes auswirken kann.
Deshalb raten Schilddrüsenexperten Frauen, ihren erhöhten Jodbedarf
während der Schwangerschaft und Stillzeit mit Jodtabletten zu decken
und sich diesbezüglich vom Arzt beraten zu lassen. Vor einer Jodaufnahme
nach dem Gießkannenprinzip raten die Experten allerdings ab. Deshalb
sollte der Arzt zunächst eine Bestandsaufnahme machen und daraufhin gezielte
Jodzufuhrempfehlungen geben.
Um sich jodreich zu ernähren, wird in erster Linie der regelmäßige
Verzehr von Seefisch empfohlen. Gute Jodlieferanten sind heute auch Milch
und Milchprodukte, weil Mineralfutter für Kühe tierbedarfsgerecht
mit Jod angereichert wird. Dieses findet sich dann vornehmlich in der Milch
wieder.
Den größten Anteil an der Verbesserung der Jodversorgung in den
letzten 20 Jahren hat jedoch Jodsalz, das heute in über 80 Prozent der
Privathaushalte und in einem Großteil von Großküchen, Bäckereien
und Fleischereien verwendet wird. Jodmangelbedingte Schilddrüsenvergrößerungen
und -krankheiten sind dadurch bei der nachwachsenden Generation in den letzten
Jahren erheblich zurückgegangen. Allerdings sollte Jodsalz auch in der
Lebensmittelindustrie auf breiterer Basis verwendet werden, um die Jodversorgung
für die Gesamtbevölkerung dauerhaft sicherzustellen.
Schilddrüsenexperten weisen nachdrücklich darauf hin, dass es durch
Jodsalz in der Nahrung zu keiner Überversorgung mit dem für die
Schilddrüse wichtigen Spurenelement kommt. Selbst wenn regelmäßig
Seefisch und Milch sowie Milchprodukte verzehrt werden, stellt Jodsalz keine
Gefahr dar. Auch Schilddrüsenkrankheiten können durch Nahrungsjod
nicht ausgelöst bzw. bestehende nicht verschlechtert werden. Bedenken
gegen Jodsalz und jodhaltige tierische Lebensmittel sind also unbegründet.
Umso wichtiger ist eine weitere Aufklärung über die Folgen des Jodmangels
und den Nutzen der Jodsalzverwendung, die sich auf die gesamte Nahrungskette
erstrecken sollte.
- AKJ -