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Pressemitteilung
 

Jodmangelprophylaxe und Salzreduktion: Kein Widerspruch

Arbeitskreis Jodmangel fordert Erhöhung des Jodgehalts im Speisesalz / ICCIDD empfiehlt generelle Salzanreicherung mit Jod / Kopenhagen Konsens sieht Jodsalz als besonders günstige Prophylaxe-Maßnahme

Frankfurt, 26. Mai 2010 (akj) - "Weniger Salz essen heißt nicht, auf die Vorbeugung von Jodmangelkrankheiten mit jodiertem Speisesalz zu verzichten", erläutert Professor Gärtner, Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, täglich maximal sechs Gramm Salz zu essen, da ein hoher Salzverzehr Bluthochdruck und Herzerkrankungen bewirken kann. Mit einer salzarmen Diät würden laut BfR weniger Verbraucher mit Bluthochdruck eine Therapie benötigen und an Schlaganfall oder Herzinfarkt sterben. Speisesalz spielt im Rahmen der Jodmangelprophylaxe jedoch eine wichtige Rolle, denn ein Gramm Jodsalz enthält durchschnittlich 20 Mikrogramm Jod. Mit einem Gramm Jodsalz wird lediglich ein Zehntel des Jodbedarfs eines Erwachsenen gedeckt.

Deshalb empfehlen der Internationale Rat zur Überwachung von Jodmangelkrankheiten ICCIDD (International Council for the Control of Iodine Deficiency Disorders), die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF eine generelle Anreicherung des Salzes mit dem lebensnotwendigen Mineralstoff Jod. Insbesondere in Industriestaaten wie Deutschland sollten nach Meinung des ICCIDD Lebensmittelindustrie und -handwerk Jodsalz verwenden. Denn 90 Prozent des verzehrten Salzes stammen aus Fertigprodukten wie Brot, Wurst und Tiefkühlkost, von diesen Lebensmitteln werden in Deutschland jedoch momentan nur knapp 30 Prozent mit Jodsalz hergestellt. Aber auch über eine Erhöhung des Jodgehalts im Speisesalz sollte bei einer Empfehlung zur Salzreduktion diskutiert werden, fordert der Münchner Schilddrüsenexperte Gärtner.

Ökonomen des dänischen Projekts "Kopenhagen Konsens" nennen die Anreicherung des Speisesalzes mit Jod als eine besonders Kosten/Nutzen-effiziente Maßnahme gegen das globale Problem Jodmangel. Für knapp 5 Cent pro Person und Jahr kann Menschen mit Jodmangelerkrankungen geholfen werden. Der Kopenhagen Konsens versucht auf der Basis von ökonomischen Kosten-Nutzen-Analysen Prioritäten zu setzen für die wichtigsten Herausforderungen der Menschheit, wie zum Beispiel Hunger, AIDS, Wasserversorgung. Direkt vom Jodmangel betroffen sind knapp 30 Prozent der Menschen weltweit und 50 Prozent der Bevölkerung des europäischen Festlands. Wie der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey zeigte, leiden in Deutschland noch 40 Prozent der mehr als 17.000 untersuchten Kinder und Jugendlichen an einem leichten bis schweren Jodmangel.

Da Schwangere und Stillende besonders viel Jod benötigen, sollten Sie auf Jodtabletten zurückgreifen, insbesondere bei einem eher geringen Verzehr von Milch und Milchprodukten sowie von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln und Fertigspeisen. Für alle Anderen empfiehlt der Arbeitskreis Jodmangel, ein- bis zweimal pro Woche Seefisch zu essen, zu Hause ausschließlich mit Jodsalz zu würzen und beim Einkaufen mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel wie Brot- und Wurstwaren zu bevorzugen - gemäß dem Leitsatz: "Wenn Salz - dann Jodsalz".


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Herausgeber:
Arbeitskreis Jodmangel
Organisationsstelle
Jana Zieseniß, Dirk Fischer
Leimenrode 29, 60322 Frankfurt
Telefon: 069 / 2470 6796
Fax: 069 / 7076 8753
E-Mail: ak@jodmangel.de
www.jodmangel.de

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