Kropferkrankungen kommen familiär gehäuft vor („Kropffamilien“). Vermutlich ist die Schilddrüse bei einigen Familien erblich bedingt weniger in der Lage, bei ungenügender Zufuhr ausreichend Jod aufzunehmen bzw. wiederzuverwerten.
Auch das Geschlecht spielt eine Rolle. Kropf und Schilddrüsenfunktionsstörungen sind bei Frauen häufiger. Frauen haben mehr Schilddrüsenhormone im Blut an Transportproteine gebunden, es zirkuliert also insgesamt mehr T4 und T3 im Körper. Somit ist der Jodbedarf höher als bei Männern. Vermutlich sorgt die Natur hier vor, dass im Falle einer Schwangerschaft immer ausreichend Schilddrüsenhormone vorhanden sind. Während der Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Jodbedarf der Mutter weiter an, weil die Schilddrüse des Kindes im Mutterleib bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche selbst Hormone produziert und dafür Jod benötigt.
Der Jodbedarf variiert auch individuell: Er wird beeinflusst durch Körpergröße und -gewicht, durch die Menge an Transportproteinen im Blut, die Arbeitsbelastung sowie durch sportliche Betätigung und klimatische Bedingungen.
Auch können mit der Nahrung Stoffe aufgenommen werden, die eine Jodaufnahme in die Schilddrüse behindern. Ein erhöhtes Jodmangel- Risiko haben daher vor allem Menschen mit streng vegetarischer Ernährung, besonders wenn sie viel Soja und Kohl essen, in denen diese Stoffe vermehrt vorkommen.
Ebenso blockieren bestimmte
Inhaltsstoffe des Tabakrauchs
die Jodaufnahme in
die Schilddrüse. Der Jodmangel
kann sich dadurch
indirekt noch verstärken.
Untersuchungen in
Deutschland lassen erkennen,
dass die Kropfwahrscheinlichkeit
bei Rauchern
bis zu zweimal höher ist als
bei Nichtrauchern.