Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Jodbedarf – bedingt durch die besondere Stoffwechselleistung und den Mehrverbrauch an Schilddrüsenhormonen. Zudem benötigt das ungeborene Kind ab der zwölften Schwangerschaftswoche selbst Jod, weil die kindliche Schilddrüse bereits zu diesem Zeitpunkt mit der Hormonbildung beginnt.
Der Jodbedarf einer stillenden Mutter ist noch höher als der einer Schwangeren, weil mit der Muttermilch reichlich Jod abgegeben wird. Joddefizite während Schwangerschaft und Stillzeit beeinträchtigen Gesundheit und Wohlbefinden von Mutter und Kind. Bestehende Schilddrüsenerkrankungen (Kropf, Funktionsstörungen) der Frau können sich verschlechtern. Wird der Fetus nicht ausreichend mit Jod versorgt, ist damit ein höheres Risiko für Fehl- und Totgeburten und für vielfältige Entwicklungsstörungen verbunden. Bereits ein „milder“– von der Mutter unbemerkter –Jodmangel kann zu nicht wieder aufholbaren Intelligenzdefiziten des Kindes führen.
Das Risiko eines Jodmangels kann sich bei Mehrlingsschwangerschaft, bei Schwangerschaftserbrechen oder Unverträglichkeit von Milch und Fisch noch verstärken.
Schwangeren und Stillenden wird empfohlen, zusätzlich zur ausgewogenen Ernährung (siehe Frage 13) Jodtabletten einzunehmen – optimaler Weise bereits vor einer geplanten Schwangerschaft, um die Jodspeicher im Körper aufzufüllen. Das gilt auch für Frauen, die mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden. Die tägliche Einnahme von 100(-150) Mikrogramm (µg) Jod in Tablettenform gilt als ausreichend. Es sollte eine Rücksprache mit dem Frauenarzt erfolgen. Jodtabletten sind entbehrlich, wenn bereits mit Folsäuretabletten (zum Beispiel „Folio + Jod“) Jod zugeführt wird. Doppelaufnahmen von Jod bringen für Mutter und Kind keinen weiteren Nutzen.
Jodtabletten können zur
Vorbeugung nicht mehr
verordnet werden. Deshalb
wird an Schwangere und
Stillende appelliert, die vergleichsweise
geringen Kosten
für Jodtabletten (rezeptfrei
in Apotheken) selbst zu
übernehmen – im Interesse
der eigenen Gesundheit
und der des Kindes.