Frauenärzte vermuten einen Zusammenhang zwischen Jodmangel und dem Risiko für Mastopathie (gutartige Brustgewebsveränderung) und Brustkrebs. In Asien, speziell in Japan, leiden Frauen fünfmal seltener an Brustkrebs als in Westeuropa. In Japan ist von jeher eine sehr jodreiche Ernährung mit Meeresfischen, Algen und Seetang üblich.
Ebenso auffällig ist, dass Frauen mit Brustkrebs häufig einen Kropf haben. Jod wird bei der Frau auch in der Brustdrüse gespeichert. Denkbar ist, dass es bei einem länger anhaltenden Jodmangel zu gut- wie bösartiger Gewebevermehrung und -veränderung kommt – ähnlich den jodmangelbedingten Vorgängen in der Schilddrüse (siehe Frage 5 und 6).
Als Folge des Jodmangels kann es insbesondere im Alter zu Funktionsstörungen der Schilddrüse kommen. Sowohl eine Über- wie auch Unterfunktion der Schilddrüse wirken sich ungünstig auf das Herz-Kreislaufsystem aus.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann es zu schnellem Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit, Luftnot und rascher Ermüdung bei Belastungen kommen. Ferner kann die Entwicklung einer Kardiomyopathie (Herzschwäche) begünstigt werden.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion sind Herzrhythmusstörungen, EKG-Veränderungen, eine schlechtere Sauerstoffversorgung, allgemein verminderte Belastbarkeit und eine Erhöhung des Cholesterinblutspiegels möglich. Erkrankungen wie Angina pectoris (Verengung der Herzkranzgefäße) und Arterienverkalkung sollen durch (unbehandelte) Schilddrüsenunterfunktion begünstigt werden. Ebenso soll sich das Herzinfarktrisiko bei älteren Frauen erhöhen.