Nach Bewertung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich die Jodversorgung in Deutschland deutlich verbessert.
Anhand von Stichprobenuntersuchungen der Jodausscheidung über den Urin, die als Maßstab für die Jodaufnahme gilt, ist zu erkennen, dass vor allem Schulkinder in mehreren Regionen Deutschlands schon ausreichend mit Jod versorgt sind. Aber hinter solchen „guten“ Durchschnittswerten bleibt verborgen, dass noch wesentliche Teile der Bevölkerung einen Jodmangel haben. So wird bei 40 Prozent der unter 18- Jährigen und etwa 37 Prozent der Erwachsenen (18 bis 70 Jahre) eine unzureichende Jodaufnahme mit der Nahrung festgestellt.
Die bessere Jodversorgung schlägt sich auch in einer derzeit geringen Kropfhäufigkeit bei Kindern nieder. Aus einer Untersuchung an etwa 96.000 Berufstätigen (18 bis 65 Jahre) weiß man, dass 33 Prozent (34 Prozent Frauen, 32 Prozent Männer) aller Untersuchten eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenveränderung (Kropf, Knotenschilddrüse) haben. Allerdings sind Schilddrüsenveränderungen bei den unter 35-Jährigen inzwischen deutlich seltener – auch eine Folge der verbesserten Jodversorgung. Bei den Senioren (älter als 65 Jahre) ist jeder Zweite von einem Kropf oder einer Knotenschilddrüse betroffen, d. h. die älteren Jahrgänge tragen noch an der Erblast des jahrzehntelangen schweren Jodmangels in Deutschland.
Bei Schwangeren und Stillenden
hat sich die Jodaufnahme
ebenfalls verbessert.
Eine gute Jodversorgung
von Mutter und Kind ist
aber abhängig davon, ob
ergänzend Jodtabletten oder
andere Präparate mit Jod
eingenommen werden. Dies
trifft bei etwa 75 Prozent der
Schwangeren zu.(siehe Frage 15).